Wie findet man ein Rattennest?
Ein Rattennest finden Sie, indem Sie die Spuren der Tiere rückwärts verfolgen: von frischem Kot, dunklen Schmierspuren und Nagestellen bis zum ruhigsten, geschütztesten Punkt in der Nähe einer Futterquelle. Ratten nutzen laut Umweltbundesamt immer wieder dieselben Laufwege, die sogenannten Wechsel, und bewegen sich bevorzugt an Wänden und Mauern entlang. Frischer Rattenkot ist 1 bis 3 Zentimeter lang, weich und glänzend. Wo er sich häuft, sind Sie auf einer aktiven Spur.
Wo Sie suchen müssen, verrät die Höhe der Spuren. Kot, Laufspuren und Erdlöcher in Bodennähe deuten auf die Wanderratte (Rattus norvegicus) hin. Sie nistet typischerweise in Kellern, Schächten, unter Terrassenplatten, in Komposthaufen und in Erdbauten an Böschungen. Spuren auf dem Dachboden oder in Zwischendecken sprechen eher für die Hausratte (Rattus rattus), die oben nistet und nur selten Erdnester anlegt.
Das Nest selbst ist meist eine lose Kugel aus zernagtem Papier, Textilresten, Dämmstoff oder Laub. Ein Erdbau hat einen offenen, glatt gelaufenen Eingang, oft mit einem Trampelpfad davor. Liegen Spinnweben oder Staub vor dem Eingang, ist der Bau vermutlich verlassen. Das Nest liegt allerdings nicht immer dort, wo die Spuren sind, sondern manchmal auch in einem Nebengebäude.
Suchen Sie mit Handschuhen, und fegen oder saugen Sie Kot und Nestmaterial nicht auf. Das Robert Koch-Institut rät, dabei keinen Staub aufzuwirbeln, und empfiehlt eine FFP3-Maske. Ein gefundenes Nest sollten Sie nicht einfach zuschütten. Giftköder gehören nicht offen ausgelegt, sondern in Köderstationen. Ob ein Befall gemeldet werden muss, regelt Ihre Kommune.
Wanderratte oder Hausratte: Wo sollten Sie zuerst suchen?
Die Rattenart entscheidet, ob Sie unten oder oben suchen sollten. Wanderratten siedeln laut Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg vor allem in unteren Gebäudeteilen, feuchten Kellern und an Gräben oder Flussufern. Hausratten bevorzugen obere Gebäudeteile, und es gibt in Deutschland nur noch relativ wenige Befallsherde. In den allermeisten Fällen suchen Sie also nach einer Wanderratte.
| Merkmal | Wanderratte | Hausratte |
|---|---|---|
| Typische Spuren | Keller, Erdgeschoss, Garten, Mülltonnen | Dachboden, Zwischendecken, obere Etagen |
| Neststandort | Erdbau, Kellerecken, Schächte, Kompost, Böschungen | Dachkonstruktion, Hohlräume im oberen Gebäudebereich |
| Nistmaterial | Laub, Gras, Papier, Dämmstoff | Holzwolle, Textilreste, Papier, Stroh |
| Erdnester | häufig | selten |
Die Angaben zur Hausratte stammen vom LAVES Niedersachsen.
Rattennest finden: Wie gehen Sie bei der Suche vor?
Die systematische Suche beginnt am Fundort der Spuren und arbeitet sich zum Rückzugsort der Tiere vor. So gehen Sie vor:
- Spuren kartieren: Notieren Sie, wo frischer Kot, Nagestellen und dunkle Schmierspuren an Wänden oder Kanten liegen. Schmierspuren entstehen aus Körperfett und Schmutz. Die dichteste Häufung markiert meist die Nähe zu Futter oder Nest.
- Laufweg verfolgen: Halten Sie eine Taschenlampe flach über den Boden. So werden Fettspuren und Fußabdrücke im Staub sichtbar. Folgen Sie der Spur weg von der Futterquelle.
- Kontrollstreifen legen: Streuen Sie Mehl oder Talkum dünn an Verdachtsstellen. Frische Abdrücke und Schwanzschleifspuren zeigen am nächsten Morgen die Laufrichtung.
- Ruhezonen prüfen: Kontrollieren Sie Stellen, die selten betreten werden: Kartonstapel, Gerümpel, Hohlräume hinter Verkleidungen, die Unterseite von Gartenhäusern und Kompostanlagen. Gerümpel und Abfalllager bieten laut UBA ungestörte Nistplätze.
- Wenn die Spur abreißt: Endet die Spur an einer Wandöffnung, einem Schacht oder einem Kanalanschluss, liegt das Nest für Laien meist unzugänglich. Wanderratten passen laut UBA durch Öffnungen von nur 2 Zentimetern. Wie Fachleute in solchen Fällen vorgehen, lesen Sie im Beitrag zum Thema Kammerjäger bei Ratten.
Rattenbau, Mauseloch oder Maulwurf: Wie unterscheiden Sie die Löcher?
Ein Rattenbau hat einen offenen Eingang mit glatt gelaufenen Rändern. Er liegt meist nahe einer Futterquelle wie Kompost, Hühnerstall oder Mülltonnen. Die genaue Zuordnung ist auch rechtlich wichtig. Laut UBA stehen grundsätzlich alle Säugetiere unter besonderem Schutz. Ausgenommen sind unter anderem Wanderratte, Hausratte und Hausmaus. Der Maulwurf (Talpa europaea) bleibt dagegen geschützt.
| Merkmal | Ratte | Maus | Maulwurf |
|---|---|---|---|
| Eingang | offen, mehrere Zentimeter, glatte Ränder | offen, deutlich kleiner | kein offenes Loch, Erdhügel verschließt den Gang |
| Umfeld | Trampelpfad, lockere Erde, Kot | kleiner, krümeliger Kot | Hügel ohne Kot im Rasen oder Beet |
| Typische Lage | unter Platten, an Böschungen, nahe Futter | Hauswände, Schuppen, Vorräte | offene Rasen- und Beetflächen |
Behandeln Sie Erdlöcher deshalb nie auf Verdacht, sondern erst nach eindeutiger Zuordnung.
Ist das Rattennest noch bewohnt?
Ob ein Nest aktiv ist, prüfen Sie mit drei einfachen Tests:
- Papiertest: Verschließen Sie den Eingang locker mit zerknülltem Zeitungspapier. Ist es nach 24 bis 48 Stunden weggeschoben, ist der Bau sehr wahrscheinlich bewohnt.
- Staubtest: Spinnweben oder eine geschlossene Staubschicht vor dem Eingang sprechen für einen verlassenen Bau.
- Kotprobe: Weicher, glänzender Kot ist frisch. Harter, matter Kot ist älter.
Finden Sie Jungtiere, pflanzt sich die Gruppe aktiv fort. Ein Weibchen kann laut UBA bis zu sechsmal im Jahr durchschnittlich 8 Junge bekommen, die nach etwa 2 Monaten selbst geschlechtsreif sind. Ein kleiner Befall kann deshalb vergleichsweise schnell wachsen.
Warum sollten Sie Nestmaterial nicht aufkehren?
Beim Durchsuchen von Kellern, Dachböden und Schuppen geht das größte Risiko von Staub aus Kot und Nestmaterial aus. Laut UBA können Wanderratten zahlreiche Krankheitserreger auf den Menschen übertragen; das Amt nennt über 100 verschiedene Krankheiten. Hantaviren etwa werden von infizierten Nagetieren mit Kot, Urin und Speichel ausgeschieden.
Das RKI empfiehlt, beim Entfernen von Kot und Nestmaterial keinen Staub aufzuwirbeln und eine FFP3-Maske zu tragen. Das Landesamt LAVES rät, Räume vorher gut zu lüften und feucht statt mit dem Staubsauger zu reinigen. Für den Kontakt mit möglicherweise verunreinigten Flächen nennt der RKI-Ratgeber Leptospirose Handschuhe und geeignete Schutzkleidung als Vorsorge.
Nest gefunden: Was dürfen Sie jetzt tun?
Ein gefundenes Nest ist der Ausgangspunkt der Bekämpfung, nicht ihr Ende. Wer den Bau zuschüttet oder das Nest ausräumt, löst das Problem in der Regel nicht. Die Tiere weichen meist aus und suchen sich in der Nähe einen neuen Unterschlupf.
Für die Bekämpfung gelten laut UBA klare Vorgaben:
- Bei vereinzelten Tieren sind Schlagfallen grundsätzlich dem Gift vorzuziehen.
- Köder mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulanzien) dürfen grundsätzlich nicht offen ausgelegt werden, also auch nicht direkt in den Bau. Sie gehören in Köderstationen.
- Wirkstoffe der 2. Generation sind geschulten berufsmäßigen Verwendern vorbehalten.
- Der Einsatz von Gift ohne festgestellten Befall ist seit 2014 grundsätzlich untersagt.
Ultraschallgeräte haben sich nach bisherigem Kenntnisstand des UBA als wirkungslos erwiesen. Welche giftfreien Wege es gibt, zeigt der Beitrag zu Rattengift alternativen.
Wann ist ein Fachbetrieb sinnvoll?
Ein Fachbetrieb mit IHK-geprüften Schädlingsbekämpfern ist sinnvoll, sobald Sie das Nest nicht erreichen oder der Befall über einzelne Tiere hinausgeht. Prüfen Sie Ihre Situation anhand dieser Punkte:
- Sie finden frische Spuren an mehr als einer Stelle oder auf mehreren Etagen.
- Die Spur endet in einer Hohlwand, einer Zwischendecke, einem Schacht oder am Kanalanschluss.
- Sie haben Jungtiere oder mehrere Ratten gleichzeitig gesehen.
- Sie sehen Ratten tagsüber.
- Nach zwei Wochen mit Fallen finden Sie weiterhin frischen Kot.
- Betroffen sind Räume, in denen Lebensmittel gelagert oder verarbeitet werden.
Treffen zwei oder mehr Punkte zu, lokalisiert Experta bei einer Inspektion zunächst Nest, Laufwege und Zugänge, bevor Maßnahmen empfohlen werden. Für Haushalte und Betriebe im Ruhrgebiet ist ein erfahrener Gelsenkirchen Schädlingsbekämpfer die naheliegende Anlaufstelle.
Entlang von Weser und Mittellandkanal liegen Erdbaue der Wanderratte häufig an Uferböschungen. Eine Begehung durch einen Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung in Minden klärt dort, ob der Bau zum Befall am Haus gehört.
Wer am Ruhrufer oder rund um den Harkortsee wohnt, kann verdächtige Löcher an Böschungen durch einen regionalen Kammerjäger Wetter fachgerecht zuordnen lassen.
In Wohngebieten mit Gärten, Kompost und Gartenhäusern lohnt sich bei anhaltenden Spuren eine Kontrolle durch einen Kammerjäger vor Ort in Mettmann.
Häufige Fragen
F: Wo halten sich Ratten tagsüber auf?
A: Tagsüber ruhen Ratten meist im Nest oder an dunklen, geschützten Orten wie Erdbauten, Kellern, Schächten, Hohlräumen und Gerümpel. Laut Umweltbundesamt sind Wanderratten vor allem im Dunkeln aktiv und meiden offene Flächen. Sehen Sie Ratten regelmäßig bei Tageslicht, gilt das als Hinweis auf einen größeren Befall.
F: Wie viele Ratten leben in einem Nest?
A: Ein Nest beherbergt häufig ein Weibchen mit seinem Wurf. Laut UBA sind das durchschnittlich 8 Jungtiere, bis zu sechsmal pro Jahr. Ratten leben als soziale Tiere in Gruppen. Für die Hausratte nennt das LAVES Niedersachsen Rudel von etwa 20 bis 60 Tieren.
F: Muss ich ein Rattennest melden?
A: Eine bundesweit einheitliche Meldepflicht gibt es nicht. In NRW regeln die Kommunen den Umgang mit Rattenbefall unterschiedlich. Wander- und Hausratte gelten als Gesundheitsschädlinge im Sinne des Infektionsschutzgesetzes. Im Zweifel gibt Ihr örtliches Ordnungs- oder Gesundheitsamt verbindlich Auskunft.
F: Kann ein Rattennest im Haus sein, obwohl ich nie eine Ratte gesehen habe?
A: Ja. Ratten sind scheu und überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, deshalb bemerken viele Bewohner nur ihre Spuren. Frischer Kot, Schmierspuren, Nagestellen und nächtliches Kratzen in Wänden sind verlässlichere Hinweise als Sichtungen. Laut UBA genügen Wanderratten schon Öffnungen von 2 Zentimetern, um in ein Gebäude zu gelangen.
Auf einen Blick: Wie findet man ein Rattennest?
- Den Weg zum Nest zeigen die Spuren: Kot, Fettspuren und Nagestellen führen über die festen Laufwege der Ratten zu ihrem Rückzugsort.
- Frischer Rattenkot misst laut Umweltbundesamt 1 bis 3 Zentimeter und ist weich und glänzend; er zeigt, dass die Spur aktuell ist.
- Bodennahe Spuren und Erdlöcher sprechen für die Wanderratte mit Nest im Keller oder Erdbau, Spuren unter dem Dach für die seltenere Hausratte.
- Ein zerknülltes Papier im Eingang, das nach ein bis zwei Tagen verschoben ist, deutet auf einen bewohnten Bau hin.
- Nestmaterial und Kot sollten feucht entfernt statt gesaugt werden, weil aufgewirbelter Staub Krankheitserreger wie Hantaviren enthalten kann (RKI).
- Köder mit Antikoagulanzien sind grundsätzlich nur in Köderstationen zulässig, Wirkstoffe der 2. Generation nur für geschulte Fachleute.
- Ein Fachbetrieb mit IHK-geprüften Schädlingsbekämpfern ist sinnvoll, wenn die Spur in Wänden oder Schächten endet oder trotz Fallen weiterhin frischer Kot auftaucht.
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