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Welche Kakerlakenart ist am schwierigsten loszuwerden?

Alex Goldfarb, Geschäftsführer, IHK-geprüfter Kammerjäger
Autor
Alex Goldfarb
Geschäftsführer, IHK-geprüfter Kammerjäger bei Experta Schädlingsbekämpfung GmbH
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Nicht alle Schädlinge sind gleich hartnäckig: Die Deutsche Schabe (Blattella germanica) zählt zu jenen Arten, die sich in deutschen Wohnungen am schwersten restlos beseitigen lassen – schwieriger als die Orientalische Schabe (Blatta orientalis) oder die Amerikanische Großschabe (Periplaneta americana). Der entscheidende Unterschied liegt in der Fortpflanzung: Das Weibchen trägt seine Eikapsel, die Oothek, fast bis zum Schlupf am Hinterleib mit sich herum und schützt darin bis zu 40 Eier vor jedem direkten Kontakt mit Bioziden.

Hinzu kommt eine sehr kurze Generationsfolge und eine zunehmende Resistenz gegenüber den Pyrethroid-Wirkstoffen handelsüblicher Sprays, die Fachverbände der Schädlingsbekämpfungsbranche seit Jahren beobachten. Wer die Tiere mit Sprühmitteln aus dem Baumarkt bekämpft, tötet meist nur die sichtbaren Exemplare und treibt den Rest in Mauerwerksritzen, Elektrogeräte und andere unzugängliche Verstecke, wo ungestört neue Ootheken heranreifen.


Welche Kakerlakenart ist am schwierigsten loszuwerden

Verwechslungen mit der harmlosen Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) sind häufig: Diese ist heller gefärbt, kleiner, flugfähig und verirrt sich meist einzeln über offene Fenster ins Haus. Sie richtet keinen Schaden an, gilt ökologisch als nützlich und sollte lediglich schonend nach draußen befördert, nicht getötet werden.

Eine nachweislich abgeschlossene Tilgung der Deutschen Schabe dauert in der Regel nicht unter sechs bis acht Wochen, da jede Behandlung mehrere Schlupfzyklen der Eikapseln abdecken muss. Bleibt der Befall nach zwei bis drei Wochen konsequenter Eigenbehandlung bestehen oder breitet er sich auf weitere Räume aus, ist der Punkt erreicht, an dem nur noch die fachkundige Anwendung von Ködergelen nach der Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012 den Kreislauf zuverlässig durchbricht.

Warum ist die Deutsche Schabe schwerer zu bekämpfen als andere Kakerlakenarten?

Der Aufwand der Bekämpfung unterscheidet sich zwischen den Arten erheblich. Die Orientalische Schabe legt ihre Oothek früh ab und versteckt sie an einem festen Ort – dort lässt sie sich gezielt mit Ködergel erreichen. Die Deutsche Schabe dagegen trägt die Kapsel mobil mit sich, wodurch ein einzelnes, unbehandeltes Weibchen einen ganzen Raum neu besiedeln kann. Die Amerikanische Großschabe wiederum tritt in Deutschland überwiegend in Kanalsystemen und Gewerbebetrieben auf und ist seltener das Problem in Privatwohnungen.

Warum wirken Hausmittel und Sprays aus dem Handel nicht gegen die Deutsche Schabe?

Kontaktgifte aus dem freien Handel erfassen nur Tiere, die direkt getroffen werden – Eikapseln und versteckt lebende Nymphenstadien überleben unbehandelt. Das Umweltbundesamt weist zudem darauf hin, dass unsachgemäß versprühte Pyrethroide die Raumluft belasten können, ohne den Befall zu beenden. Nebelautomaten ("Fogger") verschlimmern die Lage häufig, weil sie die Population in tiefere Mauerwerksritzen und Geräte vertreiben, statt sie zu erreichen.

Wie lange dauert die Tilgung wirklich – und warum so lange?

Eine vollständige Tilgung ist an den Entwicklungszyklus der Oothek gekoppelt: Eine Eikapsel benötigt je nach Temperatur mehrere Wochen bis zum Schlupf, und jede neu geschlüpfte Generation muss erneut mit Fraßgel in Kontakt kommen. Während sich andere Insekten – etwa mit den passenden Methoden, um Wespen schnell vertreiben zu können – oft innerhalb weniger Stunden aus der Wohnung entfernen lassen, erfordert die Deutsche Schabe deshalb üblicherweise mehrere Behandlungsrunden über sechs bis acht Wochen, in Einzelfällen auch länger.

Welches Mittel hilft tatsächlich gegen die Deutsche Schabe?

Fraßgele (Ködergele) gelten fachlich als wirksamster Ansatz, weil sie einen sogenannten Kaskadeneffekt auslösen: Ein Tier frisst den Köder, kehrt in sein Versteck zurück und wird dort von Artgenossen, die seinen Kot oder Kadaver fressen, sekundär vergiftet – so werden auch Tiere erreicht, die nie direkten Kontakt zum Gel hatten. Monitoring-Fallen ergänzen die Behandlung, indem sie den Befallsverlauf sichtbar machen und den Erfolg dokumentieren.

Warum kommen Kakerlaken trotz Sauberkeit in die Wohnung?

Sauberkeit allein schließt einen Befall nicht aus, da die Deutsche Schabe primär über Verpackungen, Gepäck, gebrauchte Elektrogeräte oder gemeinsame Steigleitungen in Mehrfamilienhäusern eingeschleppt wird. Feuchtigkeit und Nahrungsreste begünstigen zwar die Vermehrung, sind aber nicht die Ursache der Einschleppung selbst.

Wann ist ein Fachbetrieb bei der Deutschen Schabe sinnvoll?

Nicht jeder Befall erfordert sofort professionelle Hilfe – bei folgenden Bedingungen ist der Punkt jedoch erreicht, an dem Eigenbehandlung an ihre Grenzen stößt:

  • Der Befall ist nach zwei bis drei Wochen konsequenter Ködergel-Anwendung nicht rückläufig.
  • Tiere werden auch tagsüber sichtbar, obwohl die Art eigentlich nachtaktiv ist – ein Hinweis auf starke Übervermehrung.
  • Der Befall betrifft mehrere Räume oder greift über Steigleitungen auf Nachbarwohnungen über.
  • Es handelt sich um einen Gewerbebetrieb (Gastronomie, Pflegeeinrichtung, Lebensmittelverarbeitung), für den nach § 17 IfSG eine Meldepflicht gilt.
  • Ootheken oder Häutungsreste finden sich an schwer zugänglichen Stellen hinter Verkleidungen oder in Elektrogeräten.
  • Haushaltsmitglieder entwickeln Atemwegsbeschwerden, die nach Einschätzung von Allergologen im Zusammenhang mit Kakerlakenbefall stehen können.

Treffen zwei oder mehr dieser Punkte zu, setzen Fachbetriebe wie die Schädlingsbekämpfung Hürth, die nach DIN EN 16636 zertifiziert sind, auf gezielte Ködergel-Systeme mit lückenloser Dokumentation. Auch an dem Standort Köln gehören dazu regelmäßige Monitoring-Termine, um den Behandlungserfolg über mehrere Schlupfzyklen hinweg nachzuweisen. Für Gastronomie- und Pflegebetriebe mit Meldepflicht unterstützt beispielsweise der Kammerjäger in Bonn bei der rechtssicheren Dokumentation gegenüber Gesundheitsämtern.

Wenn Sie nach den oben genannten Kriterien den Punkt erreicht sehen, an dem Eigenbehandlung nicht mehr ausreicht, dokumentiert eine fachgerechte Inspektion durch die Schädlingsbekämpfung Brühl den Befall zunächst, bevor eine Behandlung empfohlen wird – so wissen Sie genau, mit welcher Befallsstärke Sie es zu tun haben.

Häufige Fragen

F: Woran erkenne ich den Unterschied zwischen einer Waldschabe und einer Küchenschabe?
A: Die Bernstein-Waldschabe ist heller, kleiner und kann aktiv fliegen; sie tritt meist einzeln auf. Die Deutsche Schabe ist dunkler, flugunfähig, tritt gruppenweise auf und hinterlässt kaffeesatzähnliche Kotspuren sowie Häutungsreste – eindeutige Hinweise auf einen echten Befall.

F: Sind Kakerlaken in Deutschland meldepflichtig?
A: Nach § 17 Infektionsschutzgesetz gelten Kakerlaken als Gesundheitsschädlinge. Für lebensmittelverarbeitende Betriebe, Gastronomie und Pflegeeinrichtungen besteht bei Befall eine Meldepflicht gegenüber dem zuständigen Gesundheitsamt; Privathaushalte sind davon nicht betroffen.

F: Welche Gerüche können Kakerlaken nicht ausstehen?
A: Kakerlaken meiden intensive Gerüche wie Lorbeer, Minze oder Essig kurzfristig, weichen ihnen aber lediglich aus, statt sie zu beseitigen. Als alleinige Bekämpfungsmethode gegen einen bestehenden Befall der Deutschen Schabe sind solche Mittel wirkungslos.

F: Sterben Kakerlaken im Winter von alleine ab?
A: Nein. In beheizten Wohnungen finden Kakerlaken ganzjährig konstante 20–25 °C sowie Nahrung und Feuchtigkeit vor und vermehren sich unabhängig von der Außentemperatur weiter, solange kein gezielter Eingriff erfolgt.

Auf einen Blick: Schwierigste Kakerlakenart

  • Die Deutsche Schabe (Blattella germanica) gilt als schwierigste Art, weil das Weibchen die Eikapsel bis kurz vor dem Schlupf schützend mit sich trägt.
  • Eine nachweisliche Tilgung dauert wegen der mehrwöchigen Schlupfzyklen der Ootheken in der Regel sechs bis acht Wochen.
  • Baumarkt-Sprays und Nebelautomaten töten nur sichtbare Tiere und treiben den Rest in unzugängliche Verstecke.
  • Die harmlose Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) ist kein Schädling und sollte lediglich nach draußen befördert, nicht getötet werden.
  • Fraßgele wirken über einen Kaskadeneffekt, bei dem vergiftete Tiere weitere Artgenossen im Versteck sekundär infizieren.
  • Für Gastronomie- und Pflegebetriebe besteht nach § 17 IfSG bei Befall eine Meldepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt.
  • Bleibt der Befall nach zwei bis drei Wochen Eigenbehandlung bestehen oder tritt in mehreren Räumen auf, ist ein Fachbetrieb mit sachkundiger Anwendung von Ködergelen sinnvoll.

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