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Was tun bei einem Mäusebefall?

Alex Goldfarb, Geschäftsführer, IHK-geprüfter Kammerjäger
Autor
Alex Goldfarb
Geschäftsführer, IHK-geprüfter Kammerjäger bei Experta Schädlingsbekämpfung GmbH
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Bei einem Mäusebefall stellen Sie zuerst die Ursachen ab und fangen dann die verbliebenen Tiere gezielt mit Fallen. Dazu verschließen Sie Vorräte dicht, entfernen Futterquellen, dichten Zugänge ab und stellen Schlagfallen entlang der Wände auf den Laufwegen auf. Giftköder sind für Privathaushalte die schlechtere Wahl. Das Umweltbundesamt empfiehlt, eine Bekämpfung mit Rodentiziden (chemischen Nagetierbekämpfungsmitteln) Fachleuten zu überlassen. Richtig konstruierte Schlagfallen können laut UBA tierschutzgerechter sein als Gift.

Ob wirklich Mäuse im Haus sind, verraten meist Spuren statt der Tiere selbst. Typisch sind kleine dunkle Kotkrümel, Nagespuren an Verpackungen oder Kabeln, stechender Uringeruch und nächtliches Kratzen in Wänden oder Decken.

Was tun bei einem Mäusebefall

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Wichtig ist auch die Art. Nur bestimmte Arten wie die Hausmaus sind laut Bundesartenschutzverordnung vom Schutz ausgenommen. Wald- und Spitzmäuse dürfen ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde nicht bekämpft werden.

Gesundheitlich sollten Sie die Hausmaus ernst nehmen, ein Grund zur Panik ist sie nicht. Sie gilt als Hauptreservoir des LCM-Virus, das beim Menschen nur selten Erkrankungen auslöst. Das oft genannte Hantavirus übertragen in Deutschland laut Robert Koch-Institut vor allem Rötel- und Brandmaus.

Beim Beseitigen von Kot und Nestern befeuchten Sie das Material vorher und tragen Handschuhe. Einen Staubsauger sollten Sie nicht benutzen, weil er Erreger über die Abluft verteilen kann (RKI).

Duftstoffe und andere Hausmittel vertreiben Mäuse allenfalls vorübergehend. In manchen Fällen ist eine Befallsbestimmung durch einen Fachbetrieb mit IHK-geprüften Schädlingsbekämpfern der verlässlichste Weg:

  • Die Aktivität bleibt trotz Fallen und Abdichtung bestehen.
  • Mehrere Räume sind betroffen.
  • Es geht um Bereiche, in denen Lebensmittel lagern oder verarbeitet werden.

Welche Mäuse dürfen Sie überhaupt bekämpfen?

Bekämpft werden dürfen nur die Arten, die Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) ausdrücklich vom besonderen Schutz ausnimmt. Das sind Hausmaus (Mus musculus), Rötelmaus (Myodes glareolus), Feldmaus (Microtus arvalis), Erdmaus, Schermaus sowie Wander- und Hausratte. Alle anderen Säugetiere sind besonders geschützt.

Das Umweltbundesamt nennt als Beispiele Waldmaus (Apodemus sylvaticus) und Brandmaus (Apodemus agrarius). Beide dürfen nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde bekämpft werden. Dasselbe gilt für Spitzmäuse, die zoologisch gar keine Nagetiere sind.

Eine Maus im Wohnhaus ist in der Regel eine Hausmaus. In Gartenhäusern, Schuppen oder waldnahen Kellern kommen aber auch Wald- oder Rötelmäuse vor.

Können Sie die Art nicht sicher bestimmen, stellen Sie vorerst keine Schlagfallen auf. Lassen Sie den Fund zunächst fachkundig einordnen. In der Region Osnabrück übernimmt diese Bestimmung zum Beispiel ein ortskundiger Schädlingsbekämpfer Osnabrück im Rahmen einer Begehung.

Helfen Hausmittel wie Essig, Pfefferminze oder Ultraschall?

Hausmittel wie Essig, Pfefferminzöl oder Chili beenden keinen bestehenden Befall. Duftstoffe halten Mäuse allenfalls kurzfristig von einzelnen Stellen fern. Solange Nahrung und Unterschlupf erreichbar bleiben, kehren die Tiere üblicherweise zurück. Welche Gerüche Mäuse meiden und wo sie zur Vorbeugung sinnvoll sind, erklärt unser Ratgeber Diesen Geruch hassen Mäuse.

Auch Ultraschallgeräte beseitigen weder das Nest noch den Zugang. Als nicht-chemische Methode nennt das Umweltbundesamt Fallen. Ihr Einsatz soll vor jeder Verwendung von Gift geprüft werden.

Klebefallen sind aus Tierschutzgründen ungeeignet, weil sie den gefangenen Tieren vermeidbares Leid zufügen.

Wie stellen Sie Mausefallen richtig auf?

Schlagfallen wirken am besten direkt auf den Laufwegen, denn Mäuse bewegen sich bevorzugt dicht an Wänden entlang. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Fallen bevorzugt dort aufzustellen. Korrekt konstruierte und richtig angewendete Schlagfallen können laut UBA tierschutzgerechter sein als Rodentizide.

Bewährt hat sich:

  • mehrere Fallen statt einer, dort platziert, wo frischer Kot liegt
  • den Auslöser zur Wand ausrichten
  • kleine Mengen eines fetthaltigen, klebrigen Köders statt Käse
  • tägliche Kontrolle, immer mit Handschuhen

Lebendfallen sind nur dann eine Alternative, wenn Sie sie sehr engmaschig kontrollieren. Nur so vermeiden Sie, dass gefangene Tiere unnötig lange in der Falle bleiben.

Dürfen Sie als Privatperson Mäusegift einsetzen?

Mäusegift (Rodentizide) dürfen Privatpersonen nur eingeschränkt verwenden. Seit 2014 ist jeder Einsatz ohne zuvor festgestellten Befall grundsätzlich untersagt. Wirkstoffe der 2. Generation (SGAR) sind geschulten berufsmäßigen Verwendern vorbehalten (UBA).

Verbraucher dürfen nur blutgerinnungshemmende Wirkstoffe der 1. Generation einsetzen, und das nur im Gebäude oder unmittelbar daran. So fasst es ein Merkblatt des Gesundheitsamts Oberhausen zusammen. Offen ausgelegte Köder ohne manipulationssichere Köderstation sind grundsätzlich nicht erlaubt.

Hinzu kommen praktische Risiken. Giftköder können Haus- und Wildtiere unbeabsichtigt vergiften, und viele Wirkstoffe reichern sich in der Umwelt an. Das UBA rät deshalb, die Bekämpfung mit Giftködern Fachleuten zu überlassen. Rechtsgrundlage ist die Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012.

Überträgt die Hausmaus das Hantavirus?

Das Hantavirus wird in Deutschland laut Robert Koch-Institut vor allem von zwei anderen Arten übertragen, nicht von der Hausmaus. Die Rötelmaus überträgt das Puumalavirus, die Brandmaus das Dobravavirus.

Rötelmäuse leben bevorzugt in Wäldern und waldnahen Gebieten. Laut infektionsschutz.de treten Infektionen unter anderem im Münsterland und im Teutoburger Wald gehäuft auf. Finden Sie dort Mäuse in Keller, Garage oder Gartenhaus, ist die Artbestimmung besonders sinnvoll. Am Teutoburger Wald kann ein erfahrener Lengerich Schädlingsbekämpfer die Tiere anhand von Spuren und Fundort sicher zuordnen.

Die Hausmaus hat ein eigenes Risikoprofil: Sie gilt als Hauptreservoir des Lymphozytären Choriomeningitis-Virus (LCMV). Erkrankungen beim Menschen sind selten, werden aber vermutlich untererfasst (Viruses, 2025). Das Umweltbundesamt zählt Mäuse zu den Gesundheitsschädlingen, die indirekt Krankheitserreger übertragen können.

Wie entfernen Sie Mäusekot und Nester sicher?

Mäusekot und Nestmaterial sollten Sie feucht entfernen, damit kein Staub aufgewirbelt wird. Das RKI-Merkblatt empfiehlt, Kot, Nester und belegte Fallen vorher gründlich einzusprühen. Einen Staubsauger sollten Sie nicht benutzen, weil Erreger über die Abluft verteilt werden könnten. Die Hinweise stammen aus dem Hantavirus-Schutz, sind aber nach jedem Nagerbefall sinnvoll.

So gehen Sie vor:

  1. Einmalhandschuhe tragen, bei stärkerer Staubentwicklung zusätzlich eine Atemschutzmaske.
  2. Rückstände mit feuchten Tüchern aufnehmen und verschlossen im Hausmüll entsorgen.
  3. Flächen mit Haushaltsreiniger säubern.
  4. Danach gründlich die Hände waschen.

Angefressene oder verunreinigte Lebensmittel gehören in den Müll.

Wie verhindern Sie, dass Mäuse zurückkommen?

Vorbeugung heißt, Mäusen Nahrung, Unterschlupf und Zugang zu entziehen. Lagern Sie Vorräte, Tier- und Vogelfutter in fest schließenden Behältern. Halten Sie Mülltonnen geschlossen und räumen Sie Keller, Dachboden und Garage regelmäßig auf.

Entscheidend ist die Abdichtung. Typische Eintrittspforten sind Spalten an Türen, Kellerfenstern sowie Rohr- und Kabeldurchführungen. Dort helfen Bürstendichtungen, Lochblech oder engmaschiges Metallgewebe, das Mäuse in der Regel nicht durchnagen können. Weitere langfristige Maßnahmen finden Sie in unserem Ratgeber Mäuse dauerhaft vertreiben.

Vorbeugend Gift auszulegen, ist keine Option: Rodentizide sind nur nach festgestelltem Befall zulässig.

Wann ein Fachbetrieb bei Mäusebefall sinnvoll ist

Eine Befallsbestimmung durch Fachbetriebe mit IHK-geprüften Schädlingsbekämpfern ist sinnvoll, wenn Eigenmaßnahmen nicht greifen oder das Risiko steigt. Prüfen Sie Ihre Situation anhand dieser Punkte:

  • Nach rund zwei Wochen konsequenter Fallenkontrolle finden Sie weiterhin frischen, weichen Kot.
  • Spuren tauchen in mehr als einem Raum oder auf mehreren Etagen auf.
  • Sie entdecken Nagespuren an Stromkabeln oder Leitungen.
  • Sie können die Art nicht sicher bestimmen, etwa in Gartenhaus, Scheune oder waldnahem Keller.
  • Betroffen sind Küchen, Lager oder Gasträume, in denen Lebensmittel verarbeitet werden.
  • Im Haushalt leben Kleinkinder oder Haustiere, und Sie möchten auf Giftköder verzichten.

Treffen zwei oder mehr Punkte zu, klärt eine Inspektion vor Ort drei Fragen: welche Art es ist, wo die Tiere eindringen und welche Maßnahmen rechtlich zulässig sind. Experta Schädlingsbekämpfung dokumentiert bei einer Inspektion zuerst den Befund, bevor eine Maßnahme empfohlen wird.

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Häufige Fragen zum Mäusebefall

F: Wie kommen Mäuse ins Haus?
A: Hausmäuse nutzen kleinste Öffnungen: Spalten unter Türen, undichte Kellerfenster, Lüftungsöffnungen sowie Durchführungen für Rohre und Kabel. Angelockt werden sie von erreichbarer Nahrung und warmen, ruhigen Verstecken. Wenn Sie Eintrittspforten mit nagefestem Material verschließen und Vorräte dicht lagern, entziehen Sie einem Befall die beiden wichtigsten Grundlagen.

F: Sind Giftköder gefährlich für Hund und Katze?
A: Ja, das Risiko besteht. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Nagetierköder Haus- und Wildtiere unbeabsichtigt vergiften können. Die meist blutgerinnungshemmenden Wirkstoffe bleiben zudem lange in der Umwelt. Verbraucher dürfen Köder deshalb nur in manipulationssicheren Köderstationen ausbringen. In Haushalten mit Haustieren sind Schlagfallen an unzugänglichen Stellen die risikoärmere Wahl.

F: Woran erkenne ich, dass der Mäusebefall vorbei ist?
A: Sie können von einem beendeten Befall ausgehen, wenn über mehrere Wochen keine frischen Spuren auftauchen: kein neuer, weicher Kot, keine neuen Nagespuren, keine Geräusche und leere Fallen. Reinigen Sie alte Kotfunde gründlich, dann erkennen Sie neue Spuren sofort. Bleiben die Fallen leer, kommen aber Spuren hinzu, ist vermutlich noch ein Zugang offen.

Auf einen Blick: Was tun bei einem Mäusebefall?

  • Ein Mäusebefall lässt sich in der Regel in drei Schritten angehen: Nahrung entziehen, Eintrittspforten verschließen und verbliebene Tiere mit Schlagfallen auf den Laufwegen fangen.
  • Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung nimmt nur sieben Mäuse- und Rattenarten vom Schutz aus, darunter die Hausmaus. Wald-, Brand- und Spitzmäuse erfordern eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde.
  • Rodentizide sind seit 2014 nur bei festgestelltem Befall zulässig, Wirkstoffe der 2. Generation ausschließlich für geschulte berufsmäßige Verwender (UBA).
  • Hantaviren übertragen in Deutschland überwiegend Rötel- und Brandmaus, während die Hausmaus als Hauptreservoir des LCM-Virus gilt (RKI; Viruses 2025).
  • Kot und Nestmaterial werden eingesprüht, mit Handschuhen feucht aufgenommen und nicht abgesaugt.
  • Duftstoffe schrecken höchstens kurzfristig ab und ersetzen weder Abdichtung noch Fallen.
  • Eine Inspektion durch Fachbetriebe mit IHK-geprüften Schädlingsbekämpfern ist sinnvoll, wenn nach rund zwei Wochen Fallenkontrolle weiter frischer Kot auftaucht oder mehrere Räume betroffen sind.
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