Was zieht Ratten magisch an?
Was zieht Ratten magisch an?
Was Ratten anzieht, lässt sich klar benennen: in erster Linie der Geruch nach Fett, Eiweiß und Zucker aus leicht zugänglichen Nahrungsquellen – kombiniert mit dauerhaft verfügbarem Wasser. Ratten haben einen sehr empfindlichen Geruchssinn (Olfaktorik) und finden damit auch Lebensmittel, die für Menschen kaum wahrnehmbar sind. Überquellende Mülltonnen, Komposthaufen mit Speiseresten und ausgestreutes Vogelfutter zählen nach Einschätzung des Umweltbundesamtes zu den typischen urbanen Ursachen für Rattenaufkommen.
Häufig locken Bewohner Ratten unbewusst durch alltägliches Verhalten an: offen stehende Mülltonnen, Fallobst unter Obstbäumen, Essensreste auf dem Kompost oder draußen stehendes Katzen- und Hundefutter. Auch scheinbar harmlose Gewohnheiten wie das Herunterspülen von Speiseresten über die Toilette oder ein tropfender Gartenschlauch können dazu beitragen.
Nicht nur Nahrung zählt: Wanderratten (Rattus norvegicus) haben einen hohen Flüssigkeitsbedarf. Stehendes Wasser in Teichen, verstopften Dachrinnen oder Regentonnen wirkt deshalb ähnlich anziehend wie Futter. Besonders attraktiv sind fett- und proteinreiche Gerüche, weil sie in der Regel über größere Distanz wahrnehmbar sind als Papier- oder Pflanzenreste.
Um die Anziehung zu reduzieren, räumen Sie zuerst offen zugängliche Futterquellen weg: Tierfutternäpfe über Nacht hereinholen, Fallobst aufsammeln, Speisereste vom Kompost entfernen und Mülltonnen fest verschließen.
Erste Anzeichen, dass Ratten bereits angelockt wurden, sind Fraßspuren an Verpackungen, dunkle Schmierspuren entlang von Wänden und länglicher, spindelförmiger Kot in der Nähe von Futterstellen.
Wie funktioniert der Geruchssinn von Ratten?
Der Geruchssinn (Olfaktorik) von Ratten ist deutlich empfindlicher als der menschliche. Er erlaubt es ihnen, Nahrungsquellen zuverlässig aufzuspüren – auch dann, wenn Lebensmittel verpackt oder nicht sichtbar sind. Beide in Deutschland relevanten Arten – die Wanderratte (Rattus norvegicus) und die Hausratte (Rattus rattus) – erkunden Futterstellen systematisch und merken sich diese über feste Laufwege.
Das erklärt den Eindruck des „magisch" Angezogenwerdens: Ein einziger geöffneter Mülleimer kann Ratten aus größerer Entfernung anziehen, als es die eigene Wahrnehmung vermuten lässt. Wer diesen Geruchssinn kennt, kann ihn auch gezielt nutzen – etwa mit den Hinweisen aus Diesen Geruch hassen Ratten.
Welche Lockstoffe sind besonders stark – und welche nur schwach?
Stark wirkende Lockstoffe wie tierische Fette, rohes Fleisch, Fischreste und offen zugängliches Katzen- oder Hundefutter ziehen Ratten üblicherweise am deutlichsten an, weil sie geruchsintensiv und energiereich sind. Mittelstarke Lockstoffe wie Papiermüll, Fallobst oder Gemüsereste wirken ebenfalls anziehend, in der Regel jedoch schwächer.
| Kategorie | Beispiele | Wirkung |
|---|---|---|
| Hochgradig | Tierische Fette, Fleisch- und Fischreste, offenes Tierfutter | Intensiver Geruch, hoher Energiegehalt |
| Mittelgradig | Fallobst, Papiermüll, Gemüsereste | Anziehend, aber schwächer |
| Gering | Trockene Pflanzenreste, Holzstapel (vor allem als Versteck relevant) | Kein direkter Nahrungsreiz |
Diese Einteilung hilft bei der Priorisierung: Beseitigen Sie zuerst die stark wirkenden Lockstoffe, bevor Sie sich um Fallobst oder Kompost kümmern.
Warum ist Wasser für Ratten genauso wichtig wie Futter?
Wasser ist für Wanderratten (Rattus norvegicus) ein ebenso wichtiger Faktor wie Nahrung, da die Tiere täglich viel Flüssigkeit aufnehmen. Stehendes Wasser in Gartenteichen, verstopften Regenrinnen, undichten Außenwasserhähnen oder tropfenden Gartenschläuchen wird deshalb ähnlich zuverlässig aufgesucht wie eine offene Mülltonne.
Wer ausschließlich Futterquellen beseitigt, Wasserstellen aber übersieht, entzieht nur einen Teil der Anziehung. Eine regelmäßige Kontrolle von Dachrinnen und Außenanlagen auf Wasseransammlungen gehört daher ebenso zur Prävention wie die sachgerechte Mülllagerung. Aus demselben Grund beginnt auch die Schädlingsbekämpfung in Herford mit einer Bestandsaufnahme von Futter- und Wasserquellen, bevor weitere Maßnahmen geplant werden.
Welche rechtlichen Folgen kann falsche Mülllagerung haben?
Abfalllagerung, die Ratten anlockt, kann ordnungsrechtliche Konsequenzen haben. § 17 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) regelt die Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen; darüber hinaus enthalten viele kommunale Satzungen und Landesverordnungen eigene Anzeige- und Bekämpfungspflichten bei Rattenbefall. Welche Pflichten konkret gelten, hängt vom Wohnort ab und lässt sich beim zuständigen Ordnungs- oder Gesundheitsamt erfragen.
Wer wiederholt Mülltonnen offen stehen lässt oder Speisereste unsachgemäß entsorgt, riskiert daher nicht nur einen Befall, sondern im Einzelfall auch eine behördliche Aufforderung zur Beseitigung der Ursache.
Was fressen Ratten am liebsten?
Ratten sind Allesfresser (Omnivore) und bevorzugen energiereiche, leicht verwertbare Nahrung: Getreide, Nüsse, Fleisch- und Fischreste sowie fetthaltige Speisereste. Süße oder stark riechende Lebensmittel werden dabei üblicherweise schneller gefunden als geruchsarme Kost wie rohes Gemüse.
Weil Ratten neophob sind – sie meiden zunächst Unbekanntes –, testen sie neue Futterquellen zurückhaltend, kehren aber verlässlich zu bewährten, ergiebigen Stellen zurück.
Woran erkennen Sie, ob Ratten bereits angelockt wurden?
Fraßspuren, Schmierspuren und Kot sind die verlässlichsten Anzeichen für Rattenaktivität. Da Ratten überwiegend nachtaktiv sind, fallen viele Spuren erst am nächsten Morgen auf: angenagte Verpackungen, dunkle Fettspuren entlang von Laufwegen und spindelförmiger Kot an Futterstellen.
Hygienisch relevant ist das vor allem wegen möglicher Krankheitserreger: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts können Wanderratten Erreger wie Leptospiren, Salmonellen und das zu den Hantaviren zählende Seoulvirus beherbergen. Verschmutzte Bereiche sollten deshalb nur mit Handschuhen und FFP2-Maske gereinigt werden, nicht ungeschützt.
Nach DIN EN 16636 zertifizierte Fachbetriebe arbeiten bei bestätigtem Befall nach dem Prinzip des Integrierten Schädlingsmanagements (IPM), das die Ursachenbeseitigung in den Mittelpunkt stellt und nicht den reinen Einsatz von Bekämpfungsmitteln. Diesem Ansatz folgt auch die Schädlingsbekämpfung in Langenfeld, bei der zunächst Zugänge, Futter- und Wasserquellen dokumentiert werden.
Wann ein Fachbetrieb sinnvoll ist
Auch wenn Sie alle Lockstoffe konsequent beseitigen, gibt es Situationen, in denen eine fachliche Einschätzung sinnvoll ist:
- Ratten sind auch tagsüber sichtbar (ein Hinweis auf höheren Befallsdruck).
- Fraß- oder Schmierspuren treten an mehreren Stellen gleichzeitig auf.
- Kot findet sich in Vorratsräumen, der Speisekammer oder in der Nähe von Sandkästen.
- Frei verkäufliche Köder zeigen nach mehreren Tagen keine Wirkung.
- Sie entdecken Erdlöcher oder Nistspuren am Gebäude oder im Garten.
- Es handelt sich um gewerbliche Räume mit Lebensmittelbezug, für die besondere Pflichten gelten.
Reicht die Ursachenbeseitigung allein nicht mehr aus, zeigt der Beitrag So verscheucht man Ratten weitere Sofortmaßnahmen.
Treffen zwei oder mehr der obigen Punkte auf Ihre Situation zu, empfiehlt sich eine fachgerechte Inspektion, die die Ursache dokumentiert, bevor weitere Schritte erfolgen. Vor Ort übernimmt das zum Beispiel ein Kammerjäger für Frechen, der zugleich mögliche Zugänge am Gebäude prüft. Wer im östlichen Ruhrgebiet wohnt, findet mit einem erfahrenen Kammerjäger in Witten eine naheliegende Anlaufstelle für dieselbe Begehung. Experta Schädlingsbekämpfung GmbH arbeitet dabei mit IHK-geprüften Schädlingsbekämpfern und ist an über 70 Standorten in NRW tätig, was die Anfahrtswege kurz hält.
Häufig gestellte Fragen
F: Was mögen Ratten überhaupt nicht? A: Ratten meiden starke, für sie ungewohnte Gerüche und reagieren neophob auf plötzliche Veränderungen in ihrer Umgebung, etwa neue Gegenstände auf gewohnten Laufwegen. Eine dauerhafte Vertreibung gelingt damit allein aber in der Regel nicht – entscheidend bleibt der Entzug von Futter und Wasser.
F: Dürfen gekochte Essensreste auf den Kompost? A: Gekochte Speisereste, insbesondere fett- oder proteinhaltige, gehören nicht auf den offenen Kompost, da sie Ratten stark anziehen. Rohe Obst- und Gemüsereste sind unproblematischer, sollten aber ebenfalls abgedeckt kompostiert werden.
F: Warum kommen Ratten ins Haus oder auf den Dachboden? A: Ratten suchen im Winter oder bei Nahrungsmangel im Freien gezielt geschützte, warme Bereiche mit Zugang zu Futter. Undichte Kellerschächte, offene Dachrandsteine oder ungesicherte Lüftungsschlitze bieten ihnen dafür Einstiegspunkte.
F: Gehen Ratten an Menschen, wenn sie hungrig sind? A: Ratten meiden grundsätzlich direkten Kontakt mit Menschen und greifen nur in Ausnahmefällen an, etwa wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen. Hunger allein macht sie nicht angriffslustig, wohl aber risikofreudiger bei der Futtersuche in bewohnten Bereichen.
F: Welches Futter lockt Ratten besonders schnell an? A: Offen zugängliches Tierfutter, rohes Fleisch und Fischreste wirken erfahrungsgemäß am schnellsten, da ihr intensiver Geruch über größere Distanz wahrnehmbar ist. Bereits eine Nacht mit offen stehendem Katzenfutter kann ausreichen.
Auf einen Blick: Was zieht Ratten magisch an?
- Der ausgeprägte Geruchssinn (Olfaktorik) lässt Ratten Nahrung auch dann finden, wenn sie verpackt oder nicht sichtbar ist.
- Stark wirkende Lockstoffe sind tierische Fette, rohes Fleisch, Fischreste und offen stehendes Tierfutter; Fallobst und Papiermüll wirken schwächer.
- Stehendes Wasser in Teichen, verstopften Dachrinnen oder undichten Gartenschläuchen zieht Wanderratten (Rattus norvegicus) ebenso an wie Nahrung.
- Überquellende Mülltonnen, offener Kompost mit Speiseresten und ausgestreutes Vogelfutter zählen laut Umweltbundesamt zu den typischen urbanen Ursachen.
- Fraßspuren, dunkle Schmierspuren an Wänden und spindelförmiger Kot zeigen, dass Ratten bereits aktiv sind.
- Abfalllagerung, die Ratten anlockt, kann ordnungsrechtliche Folgen haben; § 17 IfSG und kommunale Satzungen regeln die Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen.
- Rattenkot und -urin können Erreger wie Leptospiren, Salmonellen und das Seoulvirus enthalten; verschmutzte Bereiche nur mit Handschuhen und FFP2-Maske reinigen.
- Ein Fachbetrieb mit IHK-geprüften Schädlingsbekämpfern ist sinnvoll, wenn trotz Beseitigung aller Lockstoffe weiterhin Aktivität, Kot oder Fraßspuren auftreten.
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